26.05.2017 Ute Strimmer

Kentridges Kopf

Das Blatt mit einer Zeichnung von William Kentridge ist das Toplos bei Neumeister in München. Auch Henry Moore oder Karl Schmidt-Rottluff sind in der Auktion am 31. Mai vertreten.

Den südafrikanischen Künstler William Kentridge (geb. 1955), dem der Berliner Martin-Gropius-Bau im vergangenen Sommer eine groß angelegte Retrospektive widmete, kann man als Universalkünstler bezeichnen: Er ist Maler, Regisseur und Schauspieler. Sein Metier sind Film, Theater, Oper und Kunst, er zeichnet, dichtet und konstruiert. Eine Aquatintaradierung von seiner Hand ist Toplos der Auktion „Klassische Moderne, Post-War & Contemporary Art“ bei Neumeister. Das unbetitelte Blatt mit ausdrucks­starkem Kopf kommt zu einem Schätzpreis von 35.000 Euro zum Aufruf. Als weiteres Highlight gilt eine signierte, 1974 datierte Zeichnung von Henry Moore (1898–1986). Die Komposition des prominenten britischen Bildhauers thematisiert die Zweiheit von Mutter und Kind, ein großes Lebensthema im Œuvres des Künstlers.

Karl Schmidt-Rottluff zeigt sich als herausragender Druckgrafiker

Der Expressionist Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) ist mit einem Holzschnitt von 1913 vertreten. Der markante Akt „Frau mit aufgelöstem Haar“ (Taxe 14.000 Euro) macht deutlich, dass der Brücke-Künstler nicht nur ein wichtiges malerisches Werk hinterließ, sondern auch ein herausragender Druckgrafiker war. Auf 10.000 Euro taxiert ist das 140 x 110 cm große Acrylgemälde »Raum 458 (Cut)« von Ben Willikens. Der 1939 in Leipzig geborene Maler war Professor für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München und leitete die Institution von 1999 bis 2004. Charakteristisch für Ben Willikens sind streng komponierte, in Grau gehaltene Raumkonzeptionen.

Service

Abbildung

William Kentridge, Ohne Titel (Kopf), Aquatintaradierung, 102 x 79 cm (Foto: Neumeister, München)

Auktion

Neumeister
München
31. Mai

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Dieser Beitrag erschien in

WELTKUNST Nr. 129/2017