20.04.2017 Christof Habres

Venedigs Gesichter

Die Auktionswoche im Dorotheum blickt vom 25. bis 27. April auf verschiedenste Weise auf Venedig

An der Lagunenstadt können Kunstinteressierte dieses Jahr weniger denn je vorübergehen. Das liegt einerseits an der kom­menden 57. Kunstbiennale und andererseits sind Bildmotive aus Venedig beliebte Auktionsob­jekte. Die Vorliebe beweist sich wieder einmal bei der Durchsicht des Katalogs für die Aukti­onswoche des Dorotheums im April: Hier stechen zwei Motive der Stadt ins Auge, die in der Ausfertigung unterschiedlicher nicht sein könnten. Da gibt es einmal den detailgetreuen, fast lieblichen Blick zur Piazzetta, zur Santa Maria della Salute und zur Dogana des deutschen Malers Oswald Achenbach aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Taxe 150.000 bis 250.000 Euro). Ein seltenes Motiv des Künst­lers, denn seine Italienbilder be­ziehen sich meist auf Neapel und sind Nachtansichten.

Einen entromantisierenden Blick präsentiert Tina Blau mit ihrer venezianischen Straßenszene: eine fast abstrakte, in rötlich­ braunen Grundtönen gehaltene Sicht in eine Gasse der Stadt (Taxe 30.000 bis 40.000 Euro).

Sagenhaftes bei den Alten Meistern

Außerdem im Repertoire: Bei den alten Meistern über­ zeugt ein Werk des flämischen Malers Marten de Vos aus dem 16. Jahrhundert. Der farbintensi­ve Wettstreit zwischen den Mu­sen und den Pieriden wird auf 150.000 bis 250.000 Euro taxiert. Unter den Arbeiten des 19. Jahr­hunderts vermag die kleine, ein­dringliche Arbeit „Stallinterieur“ des Österreichers Ferdinand Georg Waldmüller zu überzeu­gen (Taxe 120.000 bis 160.000 Euro).

Service

Abbildung

Oswald Achenbach (1827-1905), „Venedig“, Öl/Lwd., 138,5 x 196cm, Mitte 19. Jahrhundert, (Foto: Dorotheum, Wien)

Auktion

Dorotheum, Wien
25. bis 27. April

Dieser Beitrag erschien in

WELTKUNST Nr. 127/2017