25.04.2016 Jan Bykowski

Wiederentdeckte Rubens-Zeichnung bei Bernaerts

Erst kürzlich wurde die wiederentdeckte Zeichnung, die Bernaerts am 2. Mai in Antwerpen aufruft,  als Werk des Peter Paul Rubens identifiziert. Der Reiter im Gefecht scheint durch das beidseitig bespielte Blatt hindurch zu brechen.

Mit den Bezeichnungen auf Werken Alter Meister war man zu früheren Zeiten gern großzügig. Der klangvollste Name wurde gewählt, wo man heute vorsichtig mit Kategorien wie „zugeschrieben“ oder „Umkreis“ arbeiten würde. Im Falle der kürzlich in den USA entdeckten Zeichnung eines Reiters mit Turban, der sich offenbar im Gefecht mit Verfolgern befindet, war ein vormaliger Inventar aber wohl zurückhaltender, als angemessen gewesen wäre. Denn Zeichnungen von „van Dyck“, dessen Name auf dem Blatt verzeichnet ist, werden oft niedriger zugeschlagen, als solche von Peter Paul Rubens, der
jetzt als Urheber identifiziert wurde. Am 2. Mai erwartet Bernaerts in Antwerpen dann auch 300 000 Euro für das beisdeitig bespielte Blatt von 28,4 mal 47,8 Zentimetern. Auf der Vorderseite sieht man den Reiter ins Kampfgetümmel hinein stürzen, auf der Rückseite springt er, den Blick nach hinten gewandt, dem Betrachter entgegen. 

Bernaerts,
Auktion 2. Mai

Dieser Beitrag erschien in KUNST UND AUKTIONEN Nr. 7 am 22. April 2016

Peter Paul Rubens (1577-1640), Reiter mit Turban im Gefecht, Tuschezeichnung, verso, 28,4x47,8cm, Taxe 300.000 Euro (Foto: Bernaerts, Antwerpen)
Peter Paul Rubens (1577-1640), Reiter mit Turban im Gefecht, Tuschezeichnung, verso, 28,4x47,8cm, Taxe 300.000 Euro (Foto: Bernaerts, Antwerpen)