Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Friederike Klose entdeckte in einem Haus in Berlin-Kladow ein Konvolut von Bronzeobjekten
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07.09.2026
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Erschienen in
Kunst und Auktionen Nr. 14/26
Friederike Klose ist Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin und Provenienzforscherin. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stadtgeschichtlichen Museum Spandau und am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig untersuchte sie umfangreiche Sammlungsbestände hinsichtlich ihrer Besitz- und Erwerbswege in Unrechtskontexten der NS-Zeit, Sowjetischen Besatzungszone und DDR-Zeit. Zuletzt kuratierte sie für das Museum in Spandau die Ausstellung „Objekte befragen – Antworten finden“.
Besonders überrascht hat mich der Inhalt von vier unscheinbaren alten Kisten. Ein Herr hatte sie bereits 2006 aus einem Haus in Berlin-Kladow geborgen und seitdem in seinem Keller aufbewahrt. Als er sie Anfang des Jahres an das Stadtgeschichtliche Museum Spandau übergab, zeigte sich bei der ersten Sichtung, dass es sich um ältere Objekte handelte, als zunächst vermutet, darunter Stücke aus der Bronzezeit, die ursprünglich in Sachsen-Anhalt gefunden wurden.
In den Kisten befand sich ein Konvolut aus Scherben, Knochen, Bronzeobjekten und einer rund 7000 Jahre alten Dechselklinge. Der besondere Wert liegt vor allem darin, dass im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) durch Dr. Torsten Schunke und Elisabeth Pawlak die passenden Fundberichte zugeordnet werden konnten. Dadurch ließ sich für einzelne Objekte nachvollziehen, aus welchen Fundkontexten sie stammen. Besonders spannend fand ich, dass zwei Funde bereits im Jahr 1910 in einer Veröffentlichung beschrieben wurden: eine Bronzenadel mit keulenförmigem Kopf und eine Bronzespiralscheibe.
Sie wurden inzwischen an die archäologische Sammlung des Landes Sachsen-Anhalt übergeben. Dort werden sie weiter erforscht, wissenschaftlich erschlossen und in die Sammlung aufgenommen.
Grundsätzlich verändert hat sich für mich nichts. Besonders war aber, dass ich zum ersten Mal bewusst Funde aus der Bronzezeit in der behandschuhten Hand hatte und damit Objekte mit größeren Provenienzlücken als die meisten, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Umso eindrücklicher war es, einen Teil ihres Weges über mehr als hundert Jahre nachzuvollziehen.
Privat: ein schönes Stück mehrfarbigen Strandglases. Beruflich: immer wieder faire und gerechte Lösungen für Objekte, deren Herkunft lange ungeklärt war.