Unter sieben Brücken

»Unter sieben Brücken musst du fahren«, könnte man als Motto – in Abwandlung eines berühmten deutschen Schlagers – dem Zürichbesucher mit auf den Weg geben. Gemeint sind damit die Brücken der Limmat. Wer eines der Ausflugsboote an den Kais hinter dem Bahnhof nimmt und in Richtung Zürichsee fährt, dem eröffnet sich eine schöne Perspektive auf die Stadt. Derjenige, der lieber zu Fuß unterwegs ist, kann natürlich auch den (autofreien) Limmatquai am rechten Ufer des Flusses entlang spazieren, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu gewinnen.

Das zentral gelegene Kunsthaus am Heimplatz wird unser erster Haltepunkt. Es ist das wichtigste Kunstmuseum der Stadt und beherbergt eine imposante Sammlung. Die meisten zieht es zu den dürren, langgliedrigen Figuren von Alberto Giacometti, von denen es hier viele zu bewundern gibt. Bemerkenswert ist aber auch die größte Munch-Sammlung außerhalb Norwegens, wichtige Werke der Moderne von Picasso und Beckmann sowie Zeitgenössisches von Rothko bis zu den Lokalmatadoren Fischli/Weiss. Hinzu kommen sehenswerte Wechselausstellungen, aktuell etwa Joan Miró mit einem Fokus auf »Mauer, Fries, Wandbild«.

Kunsthaus Zürich Ausstellungsansicht
Mittelalter bis Gegenwart vereint das Kunsthaus Zürich (Foto: Arthur Faust/Kunsthaus Zürich)

Gleich um die Ecke stoßen wir bei unserem Bummel auf das Großmünster, das Wahrzeichen von Zürich. Die von Karl dem Großen gestiftete Kirche war im 16.Jahrhundert ein Zentrum der Reformation unter Zwingli. Sehenswert sind die 2009 eingesetzten Glasfenster von Sigmar Polke, aber auch die Chorfenster von Augusto Giacometti, Albertos Onkel. Vorbei am Ende des 17. Jahrhunderts direkt über dem Wasser errichteten Rathaus überqueren wir die Limmat und erreichen die Schipfe. Das idyllische Handwerkerquartier erstreckt sich unterhalb des Lindenhofs (mit toller Aussicht) und hat sich viel von seinem mittelalter- lichen Charme bewahrt. Von hier ist es nicht weit zu Zürichs Shoppingmeile, der in der Adventszeit reich geschmückten Bahnhofstrasse. Den Abend beschließen wir in der Kronenhalle, wo es gutes Essen und edle Kunst (Miró, Picasso) an den Wänden gibt. Die Marmortische dort hat übrigens ein dritter Giacometti entworfen, Albertos Bruder Diego. 

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Ausstellung Albert Welt im Kunsthaus Zürich
Ausstellung Albert Welt im Kunsthaus Zürich (Foto: www.jpg-factory.com)