Museale Kleinode

Die wichtigsten Kunsthot­ spots haben wir jetzt schon gesehen, aber Zürich und Umgebung haben natürlich noch weit mehr zu bieten. Heute ist der Tag der musealen Kleinode.

Begin­nen wir mit dem Museum Langmatt in Baden, das unter dem Dach einer prächtigen Fabrikantenvilla residiert. Dank des Ver­mächtnisses des letzten Nachkommens der Brown­ Sulzer­Dynastie kann sich nun die Öffentlichkeit an den zusammengetragenen Familienschätzen erfreuen. Gemälde von Monet, Renoir, Cézanne treffen auf nobles französisches Mobiliar sowie ostasiatische und europäische Keramiken. Abgerundet wird das Ganze durch einen wunderbaren Garten, in dem die ausgestellten Impressionisten sicher so manches Motiv gefunden hätten.Wem der Sinn mehr nach Moderne steht, der sollte sich das Centre de Corbusier/Museum Heidi Weber im Zürcher Seefeld nicht entgehen lassen. Das farbenfrohe, filigrane Haus ist der letzte Entwurf, den der berühmte Schweizer Architekt in den 1960er­Jah­ ren verwirklicht hat, und er passt so gar nicht zu dem von ihm postulierten Diktat des rechten Winkels. Leider ist das von der Mäzenin Heidi Weber gestiftete Haus nur im Sommer zugänglich.

Bar Plaza im früheren Rotlichtviertel
Bar Plaza im früheren Rotlichtviertel (Foto: Reto Gehring)

Für alle, die noch mehr Schweizer Künstler als Pipilotti Rist kennenlernen wollen, ist das Helmhaus eine gute Adresse. Im Stadtzentrum gelegen, bietet es neben abwechslungsreichen Ausstellungen auch immer wieder interessante Lesungen und Gesprächsabende. Ganz in der Nähe, in der Spiegelgasse, stößt man auf das 2004 wiedereröffnete Cabaret Voltaire. Hier wurde 1916 von Hugo Ball die Dada-Bewegung aus der Taufe gehoben. Nun rüstet sich die Bar und Kleinkunstbühne für das hundertjährige Dada-Jubiläum, das in der Stadt mit vielen Veranstaltungen begangen wird. (Gute Übersicht verschafft die Website dada100zuerich2016.ch). Wer sich selbst auf das schwankende Terrain zwischen Kunst und Irrsinn begeben will, dem offeriert die Absinth-Karte ungeahnte Möglichkeiten.

Zum Schluss noch zwei Insidertipps für einen amüsanten Abend: Die Herzbaracke ist ein schwimmender Salon (auf einem blau gestrichenen Schiff), der jeweils Anfang November am Bellevue anlegt und seine Gäste mit Musik, Kabarett, Zauberei, Tanz und einem köst- lichen Abendessen verwöhnt. Sogar Robbie Williams soll hier schon gesichtet worden sein. Und wer das alte Rotlichtviertel im Kreis 4 erkunden möchte, das durch eine wachsende Zahl hipper Läden, Restaurants und Bars immer attraktiver wird, für den ist die Bar Rossi mit ihren wechselnden Ausstellungen und DJ-Sets ein perfekter Ausgangspunkt.