Wien 1. Tag

Die Innere Stadt

Neben Rathaus und Burgtheater startet man in den Vormittag – nämlich im Volksgarten, in dem der klassizistische Theseustempel liegt. Er wurde zwischen 1819 bis 1823 von Peter von Nobile erbaut und diente ausschließlich dem Zweck, Antonio Canovas Skulpturengruppe »Theseus erschlägt den Kentauren« zu beherbergen. Heute steht das Werk im Kunsthistorischen Museum, das im Gegenzug alljährlich in der warmen Jahreszeit ein zeitgenössisches Kunstwerk präsentiert. Dem winterlichen Besucher bleibt immerhin eine Umrundung des seit seiner Renovierung 2010 hell erstrahlenden Gebäudes. Durch den hinteren Ausgang des Parks kommt man nun auf den Ballhausplatz, wo man sich kurz nach links wendet: Hier wurde 2014 Olaf Nicolais Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz – im Volksmund: »Deserteursdenkmal« – eröffnet, eine treppenförmige Skulptur, auf deren oberstem Plateau die Inschrift »all alone« zu lesen ist.

Weiter geht es in die Herrengasse, und zwar zur Nummer 9, ins Globenmuseum. Bereits im ersten Raum machen zwei prachtvolle barocke Exemplare – ein Erd- und ein Himmelsglobus des Venezianers Vincenzo Coronelli – Lust auf weitere Entdeckungen. Ein weiteres Highlight des garantiert nie überfüllten Museums ist der Saal mit Weltkugeln aus diversen Ländern.

Nun wird es Zeit für einen Kaffee – dafür bietet sich gleich gegenüber das winzige Unger und Klein an: Es liegt im ersten Hochhaus Wiens, zwischen 1931 und 1932 von Siegfried Theiss und Hans Jaksch erbaut.

Gleich ums Eck gelangt man auf die Freyung und zum Kunstforum, dessen Programm sich vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erstreckt. Neben Ausstellungen der historischen Avantgarde zeigt man im Keller des Hauses (»Tresor«) oft lohnende Soloshows der jungen Künstlergeneration. Und im gut sortierten Shop findet der Wien-Besucher garantiert ein Mitbringsel. Man kann aber auch ins Dorotheum schlendern, wo der »Glashof« im Erdgeschoss mit allerlei Kunstgewerblichem lockt. Wenn man Glück hat, sind gerade Vorbesichtigungen für hochkarätige Auktionen zu sehen. Doch auch sonst lohnt sich ein Besuch des Hauses mit seinen vielfältigen Abteilungen.

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