Von Amersfoort bis Utrecht

Mondrians Geburtshaus und rot-blaue Meisterwerke in Utrecht

Nach einer Übernachtung im Hotel New York in Rotterdam stehen am zweiten Tag Amersfoort und Utrecht auf dem Programm, die Heimatstädte und Wirkungsstätten von Piet Mondrian und Gerrit Rietveld. Die beiden haben zeitlebens nur schriftlich kommuniziert und sind sich nie begegnet. Am 7. März, dem Geburtstag von Mondrian, wird in dessen Geburtshaus in Amersfoort eine virtuelle Reise durch das Leben und Werk des Künstlers eröffnet, in der unter anderem sein Pariser Atelier aus den 1920er-Jahren wirklichkeitsgetreu nachgebildet wurde. Rietvelds funktionelles Bauen kulminiert in seinem Spätwerk, dem sogenannten Rietveld-Pavillon, wo vom 13. September bis 8. Januar 2018 eine Schau über das Schaffen des Künstlers im Kontext der Fünfzigerjahre zu sehen ist. Und schließlich zeigt die Kunsthalle KAdE eine Ausstellung über die leuchtende Farbigkeit der De-Stijl-Künstler und verfolgt die autonome Stellung der Farbe bis zur zeitgenössischen Kunst.

Rietveld-Klassiker in Utrecht

Am Stadtrand von Utrecht, an der malerischen Vecht, liegt das mittelalterliche Schloss Zuylen, das noch heute in Familienbesitz ist. Hier führte Gerrit Rietveld um 1905 einen seiner ersten Aufträge aus: eine Reihe von Möbeln für das Torgebäude, das im Jubiläumsjahr für Besucher zugänglich ist.
Zum Besuch der Stadt empfiehlt sich die vom Verkehrsbüro am Domplein angebotene Fahrradtour, die an den Rietveld Gebäuden entlangführt. Ursprünglich zum Schreinermeister ausgebildet, tat sich Rietveld später vor allem als Architekt und Designer hervor. Ein Besuch des Centraal Museums, das einen großen Teil seiner Objekte besitzt, macht mit seiner Formensprache vertraut, der Reduktion auf vertikale und horizontale Flächen, wie sie sich im berühmten rot-blauen Stuhl manifestiert. Die Ausstellung „Rietvelds Meisterwerk: Es lebe De Stijl!“ offenbart zahlreiche unbekannte Details aus der Geschichte des 1924 gebauten Rietveld-Schröder-Hauses, der Ikone von De Stijl. Es wurde ganz offensichtlich nicht so unterkühlt bewohnt, wie es heute erscheint, sondern von seiner Besitzerin mit Gardinen und Kissen eher kuschelig eingerichtet. Seit einigen Jahren zählt es zum Unesco-Weltkulturerbe. Zum Dinner kehren wir dann im eleganten Hotelrestaurant Karel V in der Innenstadt von Utrecht ein.

Zum 3. Tag

Kromme-Nieuwegracht in Utrecht, (Foto: Anita, Back/aif)
Kromme-Nieuwegracht in Utrecht, (Foto: Anita, Back/aif)