Arnheim und Winterswijk

Ein Besuch im Nationalpark und moderne Klassiker im Kröller-Müller-Museum

Auch in Gelderland hat De Stijl viele Spuren hinterlassen. Im Nationalpark De Hoge Veluwe, der zu den schönsten Landschaften in den Niederlanden gehört, liegt das Jagdschloss Sankt Hubertus, das H. P. Berlage für das Industriellenehepaar Kröller-Müller baute. Es sieht zwar von außen nicht nach De Stijl aus, dennoch wurden hier viele Ideen der Bewegung verwirklicht. So konzipierte Berlage das 1920 vollendete Haus als Gesamtkunstwerk, was nicht nur die Gestaltung des Mobiliars einschloss, sondern auch Besteck und Haushaltswäsche. Bart van der Leck beauftragte er mit der Ausarbeitung des Farbschemas im Inneren.

Jagdschloss Sankt Hubertus im malerischen Nationalpark De Hoge Veluwe, erbaut von Hendrik Petrus Berlage, (Foto: NBTC)
Jagdschloss Sankt Hubertus im malerischen Nationalpark De Hoge Veluwe, erbaut von Hendrik Petrus Berlage, (Foto: NBTC)

Nicht weit davon liegt das Museum, das Helene Kröller-Müller für ihre umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst errichten ließ. Entwürfe von Peter Behrens, Berlage und Mies van der Rohe fanden keine Gnade vor ihrem kritischen Auge, schließlich erhielt Henry van de Velde den Auftrag als Architekt. Der Bau wurde, unterbrochen durch die Rezession nach dem Ersten Weltkrieg, in den Dreißigern fertiggestellt und gilt heute wegen seiner Meisterwerke etwa von Mondrian, Rietveld, van Doesburg und van der Leck als Schatzkammer von De Stijl.

Hans Arp und Bart van der Leck in Arnheim

Mit „Arp – Die Poesie der Formen“ (20. Mai bis 17. September) zeigt das Kröller-Müller Museum die erste große Übersichtsausstellung von Jean Arp in den Niederlanden. In den Jahren 1925 bis 1927 hatte Arp mehrfach in der Zeitschrift De Stijl publiziert, und Theo van Doesburg betrachtete ihn als einen wichtigen Mitstreiter.Von den De-Stijl-Künstlern schätzte die Sammlerin Helene Kröller-Müller am meisten Bart van der Leck, sie fand ihn sogar Mondrian überlegen. Zwischen der Mäzenin und dem Maler entstand eine enge Verbindung, die in der Bewilligung einer jährlichen Apanage gipfelte. Im Gegenzug erhielt sie das Erstkaufrecht für seine Bilder und erwarb vierzig Gemälde und 400 Zeichnungen. Dies führte unter den De-Stijl-Künstlern zu Streit über künstlerische Freiheit und Käuflichkeit. Die Ausstellung „Die Mäzenin und der Malermeister“ beleuchtet ab Mitte Oktober das komplizierte Verhältnis zwischen van der Leck und seiner Gönnerin.

In Winterswijk nahe der deutschen Grenze endet unsere Tour. Hier lebte Mondrian von seinem 8. bis 20. Lebensjahr. Seit 2013 zeigt in seinem Elternhaus die Villa Mondriaan Winterswijk frühe Werke, bis 3. September befasst sich die Schau „Figuratie in Stijl“ mit dem Verhältnis von Abstraktion und Gegenständlichkeit.

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Theo van Doesburgs "Bogenschütze" von 1921 im Museum Dr8888, (Foto: Collectie Beetsterzwaag)