Bodensee 2. Tag

Von Konstanz nach Lindau

Der heutige Tag führt uns von der quirligen Studentenstadt Konstanz über den See nach Lindau und Wasserburg, wo uns neben der Blockbusterschau zu Emil Nolde die architektonische Moderne des Weinguts Schmidt erwartet.

Der Tag beginnt in Konstanz, der mit 80 000 Einwohnern größten Stadt am Bodensee. Die quirlige Studentenstadt mit rei­cher Geschichte, die als deutsche Enklave am Schweizer Seeufer liegt, feiert in diesen Tagen (und auch noch in den nächsten Jah­ren) die 600­jährige Wiederkehr des Konstanzer Konzils. Dieses Gipfeltreffen der katholischen Welt dauerte von 1414 und 1418, an eine wichtige Nebenfigur, die Kurtisane Imperia, erinnert die satirische Riesenstatue von Peter Lenk an der Mole. Wer wenig Zeit hat, sollte unbedingt das über Jahrhunderte errichtete Münster Unserer Lieben Frau besichtigen, wo die Kirchenvoll­versammlung des Konzils statt­fand. Von den aufwendigen Holzschnitzereien an der Portal­tür über den silbernen Hoch­altar bis zu den Repliken der Goldscheiben, die einst den Chor schmückten, erhält man hier einen guten Eindruck von der Meisterschaft des sakralen Kunsthandwerks. Wer nach so viel historischer Schwelgerei ein wenig zeitgenössische Kunst sehen will, dem sei ein Besuch in der um die Ecke gelegenen Galerie Geiger empfohlen. Sie feiert in diesem Jahr ihren vier­zigsten Geburtstag und zeigt aus diesem Anlass diverse künstleri­sche Positionen aus 40 Jahren Galeriearbeit, darunter ein Git­terrelief des Zero­ Künstlers Heinz Mack und ein avantgar­distisches Spiegelkästchen von Christian Megert.

Die Hilzschnitzereien der Portaltür des Münsters in Konstanz
Die Hilzschnitzereien der Portaltür des Münsters in Konstanz schuf Simon Haider Mitte des 16. Jahrhunderts (Foto: Privat)

Von Konstanz geht es nach­ mittags quer über den See nach Lindau. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es zu Emil Nolde ins Stadtmuseum, der diesjähri­gen Sommer­-Blockbusterschau am Bodensee, die noch bis zum 30. August 2015 zu sehen ist. Wir erfreuen uns an den liebevoll sanierten mittelalterlichen Häu­sern im Stadtkern, erfrischen uns auf der Terrasse des Mar­morsaals mit einem kühlen Getränk und beschließen dann, dem Tipp eines Insiders folgend, für das Abendessen die Stadt zu verlassen.

Die neue Vinothek des Weinguts Schmidt nahe Wasserburg
Die neue Vinothek des Weinguts Schmidt nahe Wasserburg (Foto: Weingut Schmidt)

Unser Ziel ist das Weingut Schmidt, das in Wein­bergen in Hattnau ein moder­nes architektonisches Kleinod geschaffen hat, in dem man hervorragend essen, trinken und die Aussicht genießen kann. Und wer noch Zeit für einen Abendspaziergang hat, sollte zur 500 Jahre alten Antoniuskapelle auf dem Bergle bei Selmnau hinaufwandern und dort den Sonnenuntergang genießen.

 

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