08.07.2016 Claudia Lanfranconi und Askan Quittenbaum

Sammlerseminar Muranoglas

Auf Murano entstanden die schönsten Gläser der Welt. Sie zu sammeln ist noch nicht allzu verbreitet, aber die Gemeinde wächst. Die Preise für Muranoglas sind meist moderat. Ein ideales Gebiet für Einsteiger

Entdecken und vertiefen Sie ein Sammelgebiet. Welches sind die Schlüsselwerke? Wo wird man fündig? Was sagt der Markt? Plus: praktische Tipps und hilfreiche Adressen

Gabriele d’Annunzio konnte einfach nicht genug von ihnen haben. Im „Vittoriale“, seiner opernhaften Villa am Gardasee, erleuchteten große Glaslampen in Form von orangefarbenen Kürbissen den Salon. Neben Bronzen, Stoffen und Marmorbüsten dekorierte der luxussüchtige Schriftsteller filigrane Soffiato-Vasen, Tierfiguren aus Pasta vitrea und dekorative Glasfrüchte. Auch in der Literatur erscheinen Glassammler als romantische Seelen wie die Jüdin Micol, die in Giorgio Bassanis Roman „Die Gärten der Finzi-Contini“ eine Kollektion milchig-weißer Lattimo-Gläsern in ihrem Zimmer hütet. Die Sammlergemeinde von Muranoglas des 20. Jahrhunderts ist klein, aber fein. Vor allem Liebhaber des italienischen Designs kommen an diesen Objekten nicht vorbei.

Viele Meister der Moderne lieferten Entwürfe für Vasen, Teller, Schalen und Lampen, darunter der Allrounder Gio Ponti oder die Memphis-Legende Ettore Sottsass, der mit seinen additiv zusammengesetzten Vasenskulpturen kurzerhand die etablierten Fertigungsmethoden ignorierte: Auf der Insel Murano in der Lagune von Venedig werden die Gläser seit Jahrhunderten in einem Stück geblasen und geformt und nicht nach dem Baukastenprinzip aus mehreren Elementen zusammengesetzt – ein Sakrileg für jeden Glasbläsermeister.

Heiße Phase – ein Glasbläser auf Murano (Foto: 2012, Jürg Waldmeier/ Courtesy Dumont Buchverlag, Köln)
Heiße Phase – ein Glasbläser auf Murano (Foto: 2012, Jürg Waldmeier/ Courtesy Dumont Buchverlag, Köln)

Seit dem Mittelalter wurden in Venedig einfache Gebrauchsgläser gefertigt. Im 16. Jahrhundert stellten die Glasbläsermeister ihre technische Virtuosität mit filigranen Zierpokalen, Spiegeln mit Schliffdekoren, opulenten Tafeldekorationen und den berühmten Lüstern unter Beweis. Nach dem Niedergang unter der napoleonischen Besatzung erfuhr die Glaskunst im 20. Jahrhundert eine rasante Wiederbelebung.Die Manufakturen, die nun zahlreich aus dem Boden schossen, griffen die traditionellen Techniken auf und entwickelten daraus völlig neue Gefäßformen, innovative Dekore, unorthodoxe Farbkombinationen. Schon zur Zeit ihrer Entstehung feierte man sie als bedeutende Zeugnisse des italienischen Designs; Kunstgläser aus Murano waren auf den Weltausstellungen präsent und erhielten Preise auf den Triennalen in Mailand. Bis heute übt die Arbeit mit Glas einen unwiderstehlichen Reiz auf experimentierfreudige Entwerfer aus. Architekten wie Gaetano Pesce und Tadao Ando oder die Designer Fernando und Humberto Campana entwarfen Objekte für Murano-Manufakturen – auch dies ein möglicher Fokus beim Sammeln.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was aus der Fülle von Gefäßen und Dekoren sammelwürdig ist, hilft ein Blick auf bedeutende Privatkollektionen. Einige bemühten sich um einen Querschnitt durch die Glaskunst des 20. Jahrhunderts, zum Beispiel Nancy Olnick und Giorgio Spanu. Das erste Murano-Objekt entdeckten die beiden zufällig bei Sotheby’s in New York. Sie ersteigerten eine dekorative Sanduhr von Paolo Venini in Kobaltblau und Grün und gaben ihrer Glaserwerbung einen Ehrenplatz vor einem Flower-Print von Andy Warhol. Das amerikanische Ehepaar teilt seine Murano-Leidenschaft gerne mit der Öffentlichkeit: Es gab mehrere Ausstellungen in den USA und Europa; ein prachtvoller Katalog und eine Webseite ermöglichen, die Sammlung zu studieren. David Landau und seine Frau Marie-Rose Kahane konzentrierten sich hingegen ganz auf die Gläser der Firma Venini und trugen in den letzten dreißig Jahren rund 1500 Objekte zusammen.

Toni Zuccheris Prototyp für den Vogel
Toni Zuccheris Prototyp für den Vogel "Upupa", um 1959, hergestellt von Venini mit farbigem Glas, Vergoldung und patinierter Bronze. Der Piepmatz erzielte 2012 bei Phillips de Pury 37.500 Dollar (Foto: Phillips, www.phillips.com)

Die wichtigsten Firmen, aus denen im vergangenen Jahrhundert für Sammler interessante Objekte hervorgingen, sind schnell aufgezählt. Besonders begehrt sind Gläser aus dem Hause Venini & C., da die Manufaktur von Anfang an mit hervorragenden Architekten und Künstlern kooperierte. Zur Riege der Venini-Designer zählen Carlo Scarpa, dessen Sohn Tobia sowie die Finnen Tapio Wirkkala und Timo Sarpaneva, die es hervorragend verstanden, den skandinavischen Minimalismus mit den traditionellen Murano-Techniken zu verbinden. Höchsten künstlerischen Ansprüchen genügen auch die Gläser von Barovier & Toso und der Vetreria Artistica Archimede Seguso. Frühe Millefiori-Gläser von Fratelli Toso sind beliebte Trophäen, die den verspielten Stil um 1900 dokumentieren. Einen Überblick über die Bandbreite der Modelle, die aus diesen Manufakturen hervorgingen, bieten die Schausammlungen der Firmen, die meist auf Murano angesiedelt sind.

Carlo Scarpas Vase
Carlo Scarpas Vase "Laccati neri e rossi", 1940 für Venini entworfen, verachtfachte im November 2012 die Taxe bei Christie’s in Paris und erzeilte 241.00 Euro. Die Schale brachte 51.400 Euro (Foto: Christie’s, Paris)

Unikate sind selten

Über eines muss man sich von vornherein im Klaren sein: Nur wenige Glasobjekte wurden als Einzelstücke konzipiert. Entsprechend selten findet man diese in Galerien und Auktionshäusern. Dazu gehören die Murrine-Gläser von Teodoro Wolf Ferrari, die vor dem Ersten Weltkrieg in der Manufaktur Artisti Barovier entstanden, oder Gefäße, die der Jugendstilkünstler Hans Stoltenberg Lerche für Fratelli Toso schuf. Letzterer habe sich, so heißt es, monatelang in der Glaswerkstatt eingeschlossen, um neue Formen, Farben und Techniken zu entwickeln.

Seit den Zwanzigerjahren wurden Gläser in Serien hergestellt. Das heißt: Von einem Modell und einem Dekor gibt es mehrere Ausführungen, die jedoch variieren können, da jedes Objekt einzeln am Ofen geblasen und geformt wurde. Handwerklich nicht ausgebildeten Designern stellten die Firmen erfahrene Glasbläsermeister an die Seite, die die Entwürfe und Farbkonzepte realisierten. Diskussionen über die technische Machbarkeit von ästhetischen Visionen standen auf der Tagesordnung. So zeugen viele Objekte vom Dialog am Ofen zwischen Entwerfer und ausführendem Handwerker.

Seltene
Seltene "Oriente"-Vase von Dino Martens, 1952 für Aureliano Toso entworfen. Bei Dr. Fischer 2012 für 12.000 Euro zugeschlagen (Foto: Dr. Fischer, Heilbronn)

Die Herausforderung für Sammler besteht darin, stets eine besonders gelungene und frühe Ausführung der Modelle zu finden. Grundsätzlich gleicht kein Stück dem anderen, die Vase „Libellula“ von Vittorio Zecchin ist ein prägnantes Beispiel dafür: Sie wurde in diversen Farbtönen produziert, auch in mehreren Größen, aber vor allem variiert die Spannweite der Henkel enorm. Die beste Vorstellung von der ursprünglichen Form der Vase vermittelt der „Catalogo blu“ von Venini, in dem die Silhouetten aller frühen Modelle auf blauem Hintergrund abgebildet sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Sechzigerjahre folgten die Kataloge „rosso“, „grigio“ und „verde“ in denen die weiteren Vasenmodelle und Skulpturen gelistet sind. Aufgrund der Fülle von Venini-Modellen, die in Auktionshäusern angeboten werden, lohnt sich die Anschaffung von Franco Debonis (auch auf Englisch erschienenes) Buch „I vetri Venini“, das einen Reprint der Werkkataloge enthält.

Im Gegensatz zur Druckgrafik gibt es bei den Muraneser Gläsern meist keine Angaben über die Auflagenhöhe der Serien. Manche Dekore sind in der Fertigung so aufwendig, dass vermutlich nur wenige Exemplare entstanden. Dazu gehören etwa die „Merletto“-Vasen von Archimede Seguso, Mikromosaikgläser von Paolo Venini oder Ercole Baroviers „Primavera“-Stücke. Gerade bei vielschichtig aufgebauten Gläsern mit komplexen Mustern wie den „Oriente“-Vasen von Dino Martens aus den Fünfzigern, bei denen Murrine, Einschlüsse und Fadenglas malerische Effekte erzielen, war der Ausschuss sicher hoch. Ähnlich steht es mit den Incalmo-Gläsern, bei denen es darauf ankommt, den Übergang zwischen zwei zusammengeschmolzenen Elementen so exakt wie möglich zu gestalten. Und wird Glas in eckige Formen geblasen, ist die Gefahr von Spannungsrissen groß. Eine Faustregel lautet also: je schwieriger die Technik und je komplexer der Dekor, desto seltener und dementsprechend teurer die Stücke auf dem Markt.

Vittorio Zecchinis Vase
Vittorio Zecchinis Vase "Libellula" von 1921 wurde bei Venini danach vielfach variiert. Dieses Exemplar erzielte 2008 bei Quittenbaum 1600 Euro (Foto: Bildarchiv Auktionshaus Quittenbaum, München)

Bezieht man den Aspekt der Wertsteigerung in das Konzept der Sammlung mit ein, dann gehören Prototypen zu den Glückstreffern. So gelang es dem New Yorker Designhändler Murray Moss, einen Prototypen von Toni Zuccheris Vogel „Upupa“ zu erwerben, der wenige Jahre später, im Oktober 2012, bei Phillips de Pury 37.500 Dollar erzielte.

Alle Sammler lieben signierte Werke, doch sind explizite Designerunterschriften und Datierungen bei Muranoglas selten. Ercole Barovier ritzte seinen Namen in Objekte, wenn er sie für besonders gelungen hielt, ebenso machte es Alfredo Barbini. Unerlässlich für die Zuschreibung sind die Werkkataloge der Manufakturen, denn nicht alle Firmen haben ihre Produkte nachhaltig gekennzeichnet. Die meisten begnügten sich mit aufgeklebten Papieretiketten, die sich im Verlauf der Zeit ablösen oder unleserlich werden. Barovier&Toso verwendete seit 1878 vierzehn diverse Aufkleber. Venini versah sene Produkte seit der Gründung 1925 bis um 1965 neben Etiketten mit einem Ätzstempel, der sich meist am Boden der Gefäße befindet. Im Schlaglicht ist er am besten zu erkennen. In seinem Buch „Glass from Murano 1910–1970“ hat sich Marc Heiremans die Mühe gemacht, die Verwendung der Labels und Bezeichnungen chronologisch zu ordnen.

Die Preise sind stabil

Eine Sonderstellung nehmen die Objekte aus der „Fucina degli Angeli“ von Egidio Costantini ein, der mit finanzieller Unterstützung von Peggy Guggenheim in den Fifties Entwürfe von Arp, Braque, Cocteau, Matisse und Pablo Picasso realisierte. Die in kleinen Editionen hergestellten Reliefbilder und Skulpturen tragen in den meisten Fällen gravierte Signaturen. Besondere Beachtung sollte man den Objekten schenken, die bis 1972 auf der Kunstbiennale von Venedig gezeigt wurden. Bis in die Zwanzigerjahre mischten sich Unikatgläser unter die Gemälde und Skulpturen. 1932 eröffnete der Pavillon „Venezia“ als Forum für die dekorativen Künste, die Glaskunst erhielt dort einen eigenständigen Bereich. Hier präsentierten die Manufakturen neue Dekore sowie Einzelstücke, darunter Schaumgläser von Napoleone Martinuzzi, gravierte Gläser von Franz Pelzel und Guido Balsamo Stella, die neuesten Serien von Carlo Scarpa und Ercole Barovier.

Die Henkelvase der Firma Fratelli Toso, um 1919, wurde von Quittenbaum vermittelt (Foto: Bildarchiv Auktionshaus Quittenbaum, München)
Die Henkelvase der Firma Fratelli Toso, um 1919, wurde von Quittenbaum vermittelt (Foto: Bildarchiv Auktionshaus Quittenbaum, München)

Einige Gläser werden als Reeditionen bis heute produziert wie die Schale „Serpente“ von Carlo Scarpa oder Vasen und Gläser in Fazzoletto-Form, die Paolo Venini und Fulvio Bianconi entwarfen. Aber wie unterscheidet man die frühe Ausführung von späteren Gläsern? Oftmals helfen die haptischen Qualitäten: Man muss die Stücke in die Hand nehmen, das Gewicht spüren, die Oberfläche berühren, sie unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen betrachten und sich den Entstehungsprozess vor Augen führen. So sollen Gefäße in der Incamiciato-Technik von Scarpa oder Tomaso Buzzi trotz der aufeinanderliegenden Glasschichten federleicht sein; Nachahmungen oder spätere Ausführungen sind an einem höheren Gewicht zu erkennen. Auch der Abgleich von Farben mit den in den Firmenkatalogen gezeigten Vasenmodellen kann überaus hilfreich sein. Fälschungen der „Oriente“-Gefäße von Dino Martens etwa weisen ein helles Zitronengelb auf, während das Gelb der Originale satt und dunkler ist. Um ganz sicherzugehen, ein authentisches Objekt in der Hand zu halten, ist es ratsam, einen erfahrenen Experten aus dem Kunsthandel oder aus einem Museum zu Rate ziehen.

Entworfen wurde diese Vase von Hans Stoltenberg Lerche, 1912/14 für Fratelli Toso (Foto: Galleria Marina Barovier, Venedig)
Entworfen wurde diese Vase von Hans Stoltenberg Lerche, 1912/14 für Fratelli Toso (Foto: Galleria Marina Barovier, Venedig)

Der Markt für modernes Muranoglas ist jung. Anfang der Achtzigerjahre eröffneten in Venedig die ersten Galerien für Designergläser des 20. Jahrhundert. Zu den Pionieren gehört Marina Barovier, während ihr Ehemann Marino sich äußerst engagiert mit Publikationen und Ausstellungen im Museum Stanze del Vetro auf der Insel San Giorgio um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Glaskunst verdient macht. Muranoglas wird weltweit in Auktionshäusern und Galerien angeboten. Es ist viel auf dem Markt; die Venedigtouristen nahmen nicht nur einfache Souvenirs, sondern auch hochkarätige Kunstwerke mit nach Hause.

Venini unterhielt über die Designerin Tyra Lundgren rege Handelsbeziehungen nach Skandinavien und pflegte Kontakte zu Künstlern in den USA wie Thomas Stearns. Neben Christie’s und Sotheby’s lohnt ein Blick in die Kataloge der auf Glas spezialisierten Auktionshäuser wie Dr. Fischer in Heilbronn. Sammler mit Erfahrung und Kennerschaft finden ihre Stücke aber nicht nur in Antiquitäten- und Designgalerien, sondern auch auf Flohmärkten in ganz Europa.

Die Vase »Kiku« von Ermanno Toso, um 1955, wurde am 24. Mai 2014 bei Herr in Köln aufgerufen, Limit 2400 Euro (Foto: Herr, Köln)
Die Vase »Kiku« von Ermanno Toso, um 1955, wurde am 24. Mai 2014 bei Herr in Köln aufgerufen, Limit 2400 Euro (Foto: Herr, Köln)

Als Spekulationsobjekte ist Muranoglas kaum geeignet, denn die Preise haben sich in den letzten Jahren gefestigt. Ausreißer sind selten und beziehen sich meist auf rare Architekten- und Künstlerentwürfe, wobei auch die Provenienz großen Einfluss auf die Preisbildung haben kann. Bestes Beispiel ist Carlo Scarpas Venini-Vase „Laccati Neri e Rossi“ aus der Sammlung August Warnecke, die von geschätzten 30.000 Euro 2012 bei Christie’s in Paris auf 241.000 Euro kletterte – seither Murano-Rekord. Anspruchsvolle Designerentwürfe von renommierten Manufakturen bekommt man aber auch schon ab 5000 Euro, was Glas aus Venedig gerade für junge Sammler attraktiv macht. Fazzoletti, spätere Ausführungen von Vittorio Zecchins eleganten Soffiati oder kleinere Sommerso-Gläser von Flavio Poli werden oft unter 1000 Euro angeboten.

Zur Sehschule nach Venedig

Wie immer in der Kunst mindern Restaurierungen auch beim Glas den Wert. Betrachten Sie daher sorgfältig den Mündungsrand, der bei den heiß geformten Murano-Vasen abgerundet und ein wenig blasig und schlierig erscheint. Ist er glatt, hat man die Vase vermutlich beschliffen, um Bestoßungen zu entfernen. Ebenso ist die Standkante einer genauen Prüfung zu unterziehen. Der Boden wurde meist nur so weit beschliffen, dass die Vase steht. Und nicht vergessen: Muranoglas ist fürs Tageslicht gemacht. Viel schöner als beleuchtete Vitrinen, die selbstverständlich guten Schutz geben, wirken die Stücke auf einem Fenstersims oder frei im Raum, wo sie bei wechselnden Lichtverhältnissen ihre Strahlkraft voll entfalten können. Die meisten Objekte lassen sich herrlich mit moderner und zeitgenössischer Kunst kombinieren. Vasen und Schalen kann man bedenkenlos benutzen, schließlich kommt ein üppiger Strauß Tulpen in einem Fazzoletto wunderbar zur Geltung. Kalkablagerungen lösen sich mit Essig. Auf eine mechanische Reinigung sollte man dagegen unbedingt verzichten, damit es keine Kratzspuren gibt.

Der richtige Ort, um sich als Sammler von modernem Muranoglas zu schulen, ist natürlich Venedig. Nirgendwo sonst kann man so viele unterschiedliche Erzeugnisse aus Glas sehen wie hier, in Souvenirgeschäften, Glasboutiquen, Galerien, Firmenarchiven und Museen. Auf den ersten Blick ist alles bunt! Als ein Anfang, um Qualität und sammelwürdige Designerentwürfe von Massenware unterscheiden zu lernen, empfiehlt sich der Besuch des Museo del Vetro im Palazzo Giustinian auf Murano. Hier sind Höhepunkte der Glasgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart zu erleben – die Sehschule kann beginnen. Also Koffer packen, und los geht die Reise in ein lohnendes, aufregendes Sammelgebiet.

Dieser Artikel erschien im Mai 2014 in der WELTKUNST (Nr. 87/2014)

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Cover WELTKUNST Nr. 87 – Mai 2014
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