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Im Dschungel der Preise
DIE DATENBANKEN DER AUKTIONSHÄUSER
Nagel
Das Stuttgarter Auktionshaus Nagel ist Deutschlands größter Allrounder. Unter
www.auction.de bietet das Haus mit dem Nagel Art Price Index (kurz NAX) die eigenen Versteigerungsergebnisse ohne Rückgänge als kostenlose Preisdatenbank an. Im Gesamtverzeichnis oder in den 27 Kategorien kann in den über 33 000 Ergebnissen jeweils nach Stichworten gesucht werden. Mit dem Anklicken einer bestimmten Kategorie erscheinen sämtliche verzeichneten Lose absteigend nach dem erzielten Preis. Bilder gibt es erst in der Detailansicht, das macht die Suche bisweilen etwas mühsam. Die meisten Kategorien sind zu spärlich bestückt, um aussagefähig zu sein. Besonders bei der Künstlersuche erweisen sich die Nachteile der spartanischen Ausstattung: Bildtitel erscheinen in der Ergebnisliste nicht. Jedes Los muss einzeln geöffnet werden. Mit rund 11 000 Ergebnissen bei den Asiatika ist der NAX allerdings eine Referenz. Offensichtlich wird er nicht weitergeführt. Die letzten Ergebnisse stammen aus dem Jahr 2005.
www.auction.de
Hampel
Bei den Münchener Kollegen von Hampel ist der Eindruck deutlich gediegener und die Bedienung wesentlich komfortabler. Hier werden alle Lose der eigenen Auktionen seit 2001 verarbeitet und gelistet, verkaufte wie unverkaufte. Einerseits stehen die einzelnen Kataloge zur Verfügung, es kann allerdings auch in einzelnen Sparten oder per Stichwortsuche im gesamten Archiv recherchiert werden. Die Ausgabe erfolgt auch hier vom teuersten Objekt abwärts, allerdings mit Abbildungen und Details. Die Schätzpreise werden bei verkauften Losen hingegen geflissentlich verschwiegen. Der Clou ist der über den jeweiligen Ergebnissen angebrachte Link sowohl zum jeweiligen Katalog im PDF-Format (Achtung: sehr große Dateien!) als auch zur Ergebnisliste. Damit können immerhin noch Abbildungen von Werken des 20. Jahrhunderts angesehen werden, die in der Datenbank aus urheberrechtlichen Gründen oft nicht mehr dargestellt werden.
www.hampel-auctions.com/de/archive.html
Im Kinsky
Nicht unerwähnt bleiben soll das österreichische Haus Im Kinsky. Entsprechend seinem Verkaufsvolumen hat es allerdings eine recht spärliche Datenbank. Es gibt einen Künstlerindex und eine Freitextsuche, die allerdings lediglich bei Personen einigermaßen zuverlässig funktioniert. Wer speziell nach österreichischen Objekten sucht, ist hier gut aufgehoben. Für Picasso hingegen werden gerade einmal neun Ergebnisse angezeigt, immerhin mit Bild.
www.imkinsky.com/de/kuenstlerindex
Van Ham
Den professionellsten Auftritt leistet sich Van Ham. Die Kölner bieten sowohl eine Volltextsuche als auch eine Recherche in 47 Kategorien, die mit einem Klick auf das „Kategorie“-Feld in der linken Spalte herunterklappen. Um alle Lose einer Sparte in einer Liste zu sehen, wird das Suchfeld freigelassen und auf „anfrage abschicken“ geklickt. Die Ergebnisse erscheinen dann absteigend nach Versteigerungsdatum sortiert. Die Übersichtsliste mit den Ergebnissen liefert Thumbnails der Lose, die ersten Zeilen des Katalogtextes sowie Schätzpreis und Zuschlag, nicht jedoch die Losnummer. Malerei und Grafik, Porzellan und Teppiche sind die stärksten Sparten. Als einziges der vier untersuchten Auktionshäuser haben sich die Rheinländer auch der Fotografie verschrieben und können mit knapp 2200 Objekten aufwarten. Allerdings werden auch hier viele Abbildungen kurz nach der Auktion gelöscht, bei der Fotografie sogar alle.
www.van-ham.info/datenbank/archiv.html
Christie‘s
Die größten Auktionshäuser sind am geizigsten mit Informationen. Von den drei international führenden stellt lediglich Christie‘s einen Teil seines Archivs zur Verfügung. Bei der Ergebnisanzeige einer Suche – und erst dann – erscheint eine Leiste mit Reitern, von denen einer „Past Lots“ heißt. Hier werden Auktionsergebnisse aus vergangenen Auktionen angezeigt. Die Zeitspanne ist abhängig vom Handelsvolumen. Bei seltener gehandelten Künstlern reicht sie zwei Jahre zurück, bei anderen nur eines.
www.artfacts.net
WELTKUNST Heft 7 / 2008




