Kunstpreis, Jahrbuch, Auktionsergebnissse, 2009, Auktionen

ONLINE | Wege zur Kunst im Internet

Im Dschungel der Preise

< zurück |  1 |  2 |  3 |  weiter > | 

Artinfo
Artinfo, beheimatet auf der Isle of  Wight und in den USA, ist die einzige Preisdatenbank, die nahezu alles erfasst, inklusive Kunsthandwerk, Möbel und sogar Schmuck. Das Angebot besteht aus zwei unterschiedlichen Datenbanken: Die Künstlerdatenbank („Fine Art“) ist den anderen kommerziellen Angeboten vergleichbar, allerdings wird auf der ersten Ergebnisseite zunächst die Künstlerbiografie zusammen mit einigen anderen Informationen gezeigt. Danach werden jeweils 50 Lose ausgegeben. Filter nach Techniken, Entstehungsjahr oder Ähnliches existieren nicht. Bei Künstlern, deren Verwertunsgrechte noch nicht ausgelaufen sind, ist der Abbildungsbestand spärlich.
Eine Alleinstellung hat Artinfo hingegen bei der anderen Preisdatenbank „Past Auction Prices“, die anscheinend schlicht alles aus über 2000 Auktionshäusern enthält, bis zu 15 Jahre zurückreichend. Die Katalogdaten werden jeweils in der Ursprungssprache übernommen, so dass auch nach deutschen Begriffen gesucht werden kann. Gesucht wird in den gesamten Katalogtexten. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich, denn neben dem Gewünschten werden häufig Lose angezeigt, bei denen das Suchwort lediglich im Beschreibungstext auftaucht. Der kostenlose Probemonat bietet jedoch ausreichend Gelegenheit, sich mit dieser wahren Fundgrube vertraut zu machen.

http://www.artinfo.com/


Auktionspreise

Der Klassiker unter den Preisverzeichnissen hat jetzt den Sprung ins digitale Zeitalter gewagt. Alle Zuschläge der aktuellen Ausgabe, die sich den Auktionspreisen in 2007 widmet, sind jetzt auch online verfügbar. Auktionspreise informiert in mehr als 50 Kunstsparten mit über 14 000 Einträgen aus allen Sparten und Preiskategorien des Auktionsmarkts (98 Euro). Der Schwerpunkt liegt auf dem deutschsprachigen Markt. Dabei wird nicht nur bildende Kunst berücksichtigt, sondern auch Design, Kunsthandwerk und Asiatica. Der bis­herige Titel „Auktionspreise im Kunstpreis Jahrbuch“ wurde mit der aktu­ellen Ausgabe durch „Auktionspreise – Jahrbuch für Kunst, Kunsthandwerk und De­sign“ ersetzt und hat ein neues Logo erhalten. Die Auswahl der Lose treffen sechs Kunsthistoriker. In einem Re­gister sind alle bearbeiteten Auktionshäuser mit Adressdaten aufgelistet, gefolgt von einer Währungstabelle und den Zusatzkosten Zusatzkosten, die über die Zuschlagssumme hinaus zu entrichten sind (Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe).

www.kunstundauktionen.de/auktionspreise

Gordon‘s

Gordon‘s Print Price Annual und Photography Price Annual gehören wie der Art Sales Index zum Bain-Imperium und stammen wie dieser aus der Frühzeit der Kunstpreisdatenbanken. Das sieht man ihnen an. Die grafische Aufbereitung ist extrem spartanisch, Abbildungen gibt es keine, und die Bedienung ist hochkomplex. Der Umgang mit der englischen Benutzeroberfläche erfordert allerdings fortgeschrittene Computerkenntnisse. Denn wer weiß schon, was eine „Boo-lean Search“ist? Eine Suche, bei der bestimmte Begriffe ein- oder ausgeschlossen werden, indem Verknüpfungen, so genannte Operatoren wie „and“, „not“ oder „or“ eingesetzt werden. Für Grafiksammler unerlässlich sind die Werkverzeichnisnummern, die von den anderen Anbietern oft vernachlässigt werden. Wer sich mit der Benutzung vertraut machen will, findet im Store eine kostenlose Demo-Version mit den Daten von 1985 bis 1989.

www.gordonsart.com


Mageda
Mageda hat sich für einen Sonderweg entschieden. Die deutsche Datenbank erfasst, im Gegensatz zur Konkurrenz, nicht automatisiert Ergebnisse, sondern verfolgt die Biografien einzelner Kunstwerke. Sie ist mit knapp 190 000 erfassten Werken die kleinste Online-Datenbank und konzentriert sich auf 33 Auktionshäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erfasst deren Kataloge und bearbeitet die Ergebnisse für unikate Arbeiten auf Leinwand und Papier. Das bedeutet viel Handarbeit, ist entsprechend teuer und eigentlich nur für Sammler älterer Flachware aus dem mittleren Preisbereich interessant.

www.mageda.de

< zurück |  1 |  2 |  3 |  weiter > | 

WELTKUNST Heft 7 / 2008