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ONLINE | Wege zur Kunst im Internet

Ein Ozean an Information...

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Vor allem deutsch

Wer Deutsch spricht, hat es bei der Suche nach Kunst ausnahmsweise einmal leichter. Theoretisch gibt es eine drei Staaten umfassende potentielle Leserschaft. In der Praxis stellen Deutschland, Österreich und die Schweiz drei unterschiedliche Märkte dar. So existieren mit Artmagazine und Kunstbulletin für jede Alpenrepublik Internet-Zeitschriften, die über das Geschehen aktuell informieren.

Während das Schweizer Kunstbulletin Ableger eines Printproduktes ist, kann das österreichische Artmagazine ausschließlich am Bildschirm gelesen werden, ist allerdings in den Feuilletondiskurs des Landes eingebunden. Die Publikation beschäftigt sich nicht nur mit dem Ausstellungswesen, sondern ebenso mit dem Kunstmarkt und hat dabei immer auch die deutsche Szene im Auge. Lohnend ist der nicht zu häufig erscheinende elektronische Newsletter, der alle Artikel seit der letzten Ausgabe auflistet.

In Deutschland geizen die Printmedien in der Regel mit ihren Inhalten, die großen Tageszeitungen schlagen ihre virtuellen Seiten zum Großteil nur gegen Entgelt auf. Das Online-Portal von WELTKUNST wächst und macht fit für den Kunstmarkt: Neben Features, aktuellen Nachrichten und wichtigen Terminen gibt es hier seit neuestem auch eine Plattform zum Kauf von Kunst.

Die deutsche Seite vom Online-Magazin Artnet kommt nicht ganz so locker daher wie ihre amerikanische Schwester und betreibt ernsthafte Kunstkritik und Marktbeobachtung. Seit Kritiken von Galerieausstellungen praktisch aus allen Zeitungsfeuilletons verbannt wurden, zählt Artnet zu den wenigen Publikationen überhaupt, die jenseits der theorielastigen Fachzeitschriften  dieses Genre aufrechterhält. Kunstmarkt hat einen Fokus auf den Markt in den deutschsprachigen Ländern, tritt in diesem Bereich aber mit einem enzyklopädischen Anspruch an. Nahezu alle Auktionen der großen wie der spezialisierten Auktionshäuser werden mit ausführlichen, manchmal zu ausführlichen, Vor- und Nachberichten bedacht. Allerdings geht hier Beschreibung häufig vor Analyse. Außerdem kommen die eher abseitigen Themen nicht zu kurz, Freunde des alten Glases oder barocker Möbel sind hier richtig. Neben aktuellen Markt- und Austellungsberichten hält das Magazin Fachartikel sowie ein Glossar vorrätig, allerdings ganz tief unten in der Seitenstruktur. Die Suche erweist sich oft als mühselig.

Bei den Blogs muss eine deutsche Seite als Pionier gelten. Die Blitzreview war schon in den 1990er Jahren ein elektronisches Tagebuch zur Kunstszene, lange bevor der Begriff Blog überhaupt erfunden war. Leider existiert die Seite nicht mehr.  Heute führt der Kunst-Blog diese Tradition weiter, allerdings mit mehreren Autoren und unterschiedlicher Qualität.


Lesen Sie in der Juli-Ausgabe von WELTKUNST: Profiwissen – Kunstpreis-Datenbank

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WELTKUNST Heft 6 / 2008